Rubrikillustration

09.04.2018: Hilfe, mein Kind wird zum Monster!

Wenn Teenies in die Pubertät kommen

Es ist eine Situation, die in vielen Wesselinger und Brühler Haushalten alltäglich ist und die doch viele Eltern zur Verzweiflung bringt. Pubertierende Teenies können einem schon mal den letzten Nerv rauben. Eine Mutter erzählt, dass es sie zermürbe, wenn "jeden Tag aufs Neue immer nur diese Streitereien und dieser Kampf sei". Ein Vater spricht davon, dass "es sich anfühle wie auf einem Kriegsschauplatz". Erfahrungen mit Eltern von Jugendlichen zeigen: Wenn Kinder in die Pubertät kommen, dann kann das Konfliktpotenzial in der Familie sehr viel größer werden.

"Manchmal haben wir uns furchtbare Dinge an den Kopf geworfen: ‚Warum bist du überhaupt geboren?‘, war so ziemlich das schlimmste, was ich meiner Tochter gesagt habe", erinnert sich Ilona S. (Name von der Redaktion geändert). Als Mutter von zwei Kindern möchte sie anonym bleiben – ihrer Tochter zuliebe. Denn beide haben in den letzten Monaten einiges durchmachen müssen. "Wir sind einfach nicht mehr auf einen Nenner gekommen, haben uns nur noch gestritten – es passte plötzlich überhaupt nicht mehr", erklärt die Mutter. Ihre Tochter Yvonne (Name von der Redaktion geändert) war 13, als sich die Probleme ankündigten. Die Schülerin verliebte sich, wollte am liebsten jede Minute bei ihrem Freund verbringen und sogar bei ihm übernachten - ein Albtraum für die Mutter. Der Streit war also vorprogrammiert. Das missverstandene Mädchen kapselte sich immer mehr von ihren Eltern ab, erzählte nichts mehr aus ihrem Privatleben, surfte nur noch im Internet und die Schulnoten wurden immer schlechter. Ilona S. fragte sich, was sie falsch gemacht hatte. "Manchmal saß ich abends weinend auf dem Sofa und wusste einfach nicht mehr weiter", sagt sie rückblickend.

In ihrer Not nahm sie den Rat von guten Freunden an und besuchte ein Elterntraining in der Familienberatungsstelle Wesseling. Seither habe sich viel getan. "Meine ganze Sichtweise hat sich geändert. Ich verstehe meine Tochter nun viel besser und gehe ganz anders an bestimmte Situationen heran", freut sich Ilona S.

Geholfen haben Sitzungen, bei denen der Diplom-Psychologe Gunther Krampe z.B. die Funktionen des Gehirns bei Heranwachsenden erklärt. Der hohe Schlafbedarf bei Teenies erkläre sich beispielsweise schon dadurch, dass bei Teenagern ein bestimmtes Hormon zu anderen Zeiten als bei Kindern und Erwachsenen ausgeschüttet wird. Und auch für rüpelhaftes Verhalten, Türenknallen und Co. gibt es eine Erklärung. Dahinter steht der sogenannte Frontallappen im Gehirn, der bei Jungen wie Mädchen noch nicht vollständig ausgebildet ist. Dabei ist dieser zuständig für die Steuerung und Hemmung von Impulsen sowie das Abwägen von Konsequenzen.

"Mit dem neugewonnenen Wissen habe ich meine Tochter in einem ganz anderen Licht gesehen", erzählt Ilona S. "Jetzt atme ich einfach erst mal tief durch, wenn meine Tochter einen Schritt zu weit gegangen ist". Wie die meisten der Kursteilnehmer empfindet die Mutter sich jetzt als gelassener und ruhiger, wenn es einmal wieder eine brenzlige Situation mit ihrer Tochter gibt. Auch Yvonne freute sich, als ihre Mutter ihr von dem Elterntraining berichtete. „Finde ich gut“, war ihr Kommentar dazu – weitere Nachfragen habe es keine gegeben. Ilona S. würde das Training immer wieder besuchen. "Allein zu sehen, dass man mit solchen Problemen nicht allein ist, hat mir sehr geholfen", sagt sie.

Die Familienberatungsstelle bietet dieses kostenlose Elterntraining erneut an: ab dem 7. Mai finden jeweils montags von 19:00 bis 21:15 Uhr insgesamt fünf Sitzungen statt. Anmeldungen und Informationen unter 02236/39470.


Kontakt Pressestelle

Stadt Wesseling
- Der Bürgermeister-
Alfons-Müller-Platz
50389 Wesseling

Ansprechpartner:
Peter Adolf
Telefon: 02236/701-254
Telefax: 02236/701-406
E-Mail:

Öffnungszeiten

Allgemeine Öffnungszeiten:

Montag:
07:30 Uhr - 16:00 Uhr

Dienstag:
07:30 Uhr - 18:00 Uhr

Mittwoch:
07:30 Uhr - 13:00 Uhr

Donnerstag:
07:30 Uhr - 16:00 Uhr

Freitag:
07:30 Uhr - 12:30 Uhr

Öffnungszeiten Bürgeramt

Montag:
07:30 Uhr - 16:00 Uhr

Dienstag:
07:30 Uhr - 13:00 Uhr
14:00 Uhr - 18:00 Uhr

Mittwoch:
07:30 Uhr - 13:00 Uhr

Donnerstag:
07:30 Uhr - 13:00 Uhr
14:00 Uhr - 16:00 Uhr

Freitag:
07:30 Uhr - 12:30 Uhr